Evolutionismus - pagina 41
das Dogma moderner Wissenschaft
;
— nämlich versäumt lungslehre
die
sie
37
—
zu bemerken, dass laut der Entwick-
gefällige
Form
erst
im Lauf von
Jahr-
tausenden sich vollendete, und dass ebenso schön wie der ausgewachsene Fittich ist, ebenso hässlich die Höckerchen gewesen sein müssen, aus denen er allmählich herauswuchs. Ferner trifft diese Selektion des Schönen durch geschlechtlichen Vorzug bei der niederen Tierwelt gar nicht zu und drittens nimmt sie bei dem Weibchen Schönheitssinn an, ohne uns diese weibliche Reife mechanisch erklären zu können. Dennoch hat man gemeint, diese sexuelle Ästhetik sogar im Pflanzenreich zu entdecken. Schöne und duftende Blumen lockten mehr als unscheinbare und geruchlose die Insekten an, von deren Besuch die Befruchtung der Pflanze abhing, und eine Erdbeere konnte mehr als eine Mispel den Vogel anziehen, der mit der Frucht die Kerne verschluckte, sie durch seine Eingeweide gehen Hess und anderswo der Erde anvertraute. Dass eine Buche oder Zeder uns schön dünkte, war nun freilich weder aus Insekten- noch aus Vogelattraktion zu erklären, dies lag dann wiederum ausschliesslich an der Gewohnheit, weil wir nie etwas anderes als den gewöhnlichen Baum mit Stamm, Zweigen und Blättern gekannt haben. Obgleich in alledem ein Wahrheitselement steckte, begrifl"en unsere Evolutionisten doch, dass es uns die reiche W^elt des Schönen bei weitem nicht erklärte, und in dieser Verlegenheit suchten sie einen Ausweg im Subjektivismus. Dass man begeistert werden kann beim Anschauen des Siebengestirns, oder in den Bergen entzückt die so wunderschönen Linien betrachtet oder Genuss hat an dem Bild der Ströme und Wasserfälle, es ist alles nur subjektive Wahrnehmung und nichts verbürgt uns, dass dem ein objektives Schönes entspricht. Und dann die Welt der Töne, die von aussen unser Ohr berührt und durch das Ohr in unsere Seele dringt! Doch wozu mehr? Sogar die Flucht in das Zelt des Subjektivismus hat sich die Evolutionslehre hier selbst abgeschnitten. sie
Mechanisch muss
nicht nur unser äusseres, sondern ebenso unser
inneres.
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Bekijk de hele uitgave van dinsdag 1 januari 1901
Abraham Kuyper Collection | 57 Pagina's
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