Evolutionismus - pagina 8
das Dogma moderner Wissenschaft
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unähnlich, die Welt durch seine RechtsErstaunen gesetzt. Fast überall fühlt man, wie die parlamentarische Herrlichkeit zu Ende geht, um Bahn zu machen für eine neue Autokratie, vielleicht sogar Despotie. Stiergefechte entzücken immer mehr das so hoch entwickelte Frankreich. Der Ruf nach panem et circenses, die Auflösung der Ehe und soviel mehr können wohl in uns die Ahnung erwecken, als ob the decline and fall of the Roman empire in noch entsetzlicheren Massstäben sich wiederholen möchte in unserer viel gepriesenen Zeit. Und bei dem allem begegnen wir einer Kälte gegenüber höheren Interessen, über welche weder der in kleinen Kreisen aufkommende Asketismus noch die Schwärmerei für Sport uns trösten. Dürfte nun noch gesagt werden, dass der Evolutionsgedanke sich wenigstens prinzipiell dieser Brutalität der Macht und dieser Machtusurpation durch stoffliche Gewalt widersetzte aber gerade das Gegenteil ist der Fall. Die Entwicklungslehre spornt vielmehr durch ihren struggle for life zu solcher Machtusurpation an; Grundgesetz ist ihr, dass infolge Individualisierung und durch Anpassung das Stärkere neben dem Schwächeren aufkommt, dass dieses Schwache und dieses Starke auf Leben und Tod miteinander kämpfen, dass in diesem Kampf, das Starke siegen muss, und dass allein in der Bahn dieses Sieges des Stärkeren der Weg läuft zu höherer Entwicklung. Einer ihrer Anhänger in England durfte das profan genug ein „durch Leiden zur Herrlichkeit" nennen. Nietzsche war daher nur konsequent, als er Christi heiligen Sinn, der sich des Schwachen erbarmte, als prinzipiell verkehrte ]\Ioral brandmarkte und alle „starken Geister" aufrief, sich zu vereinen zu gemeinsamem Streit gegen den Krankheitsstofif der Schwächeren. Sein „Übermensch" ist denn auch die direkte Folge des Gedankens, der von den Moneren aufsteigt zu den Protisten, von den Protisten zu der vollendeten Kernzelle und von dieser phylogenetisch zu Pflanze, Tier und Mensch, der dann aber auch gerade Calas
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Bekijk de hele uitgave van dinsdag 1 januari 1901
Abraham Kuyper Collection | 57 Pagina's
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