Evolutionismus - pagina 31
das Dogma moderner Wissenschaft
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plasma mit auf den Lebensweg, um es an seinem Teile neuen Individuen mitzugeben, und auf dieser, von Geschlecht zu Geschlecht übergehenden „Kontinuität des Keimplasma" soll die Thatsache der Vererbung beruhen. Obschon diese vierte Theorie verhältnismässig etwas Anziehendes hat, ist sie doch nicht weniger unbarmherzig von Eimer, Haeckel, Virchow, Hertwig und anderen abgewiesen worden ja sie musste der Natur der Sache nach abgewiesen werden, weil Dr. Weissmann nicht bloss wie ;
Nägeli heimlich ein teleologisches Prinzip hineinbrachte, sondern offen aussprach, dass der Kosmos lediglich mechanisch nicht zu erklären sei. „Es ist unabweislich, schreibt er, ein teleologisches Prinzip neben dem blossen mechanischen anzuerkennen." „Die Verbindung aller Kräfte zu dem grossen Weltmechanismus setzt einen Weltmechaniker voraus." ^) Allerdings hat der Professor Max Kassowitz in Wien in diesem Jahre den Versuch unternommen, gegenüber Weissmann eine neue Hypothese aufzustellen, allein mit demselben enttäuschenden Resultat. Er geht aus von einer „Vererbungssubstanz'S welche „die Zerfallsprodukte der umgebenden somatischen Protoplasmen" in sich auf-
nehmen
soll, die dann durch „äussere Einflüsse" näher bestimmt und unterschieden würden. Eine Hypothese, bei der sofort erhellt, dass die Voraussetzung einer „Vererbungs-
^) Die Theorie der interzellulären Pangenesis, 1889 durch Prof. Dr. Hugo de Vries vorgetragen (Interzelluläre Pangenesis, Jena 1889), kehrt im Grundgedanken zu der Pangenesis Darwins zurück, allein mit dem wichtigen Unterschied, dass er die Pangenen nicht durch den ganzen Körper umherirren lässt, sondern das Protoplasma betrachtet als bestehend aus einem vollständigen Pangencn-Ganzen, wobei dann jede besondere erbliche Eigenschaft, somatisch wie psychisch, ihren Träger findet in einer besonderen Pangene. ,, Interzelluläre Pangenesis nenne ich die Hypothese, dass das ganze lebendige Protoplasma aus Pangenen aufgebaut ist", p. 211. Und weiter: ,,Jede erbliche Eigenschaft hat ihre besondere Art von Pangenen", zweifellos eine viel natürlichere Vorstellung, die aber, falls man diese Pangenen auch in ihren Beziehungen untereinander geordnet und nicht verwirrt denkt, teilweise zurückkehrt zu der alten Präformationslehre, wie Dr. Haeckel nicht mit Unrecht bemerkt.
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Bekijk de hele uitgave van dinsdag 1 januari 1901
Abraham Kuyper Collection | 57 Pagina's
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