1952 Geloof en Wetenschap : Orgaan van de Christelijke vereeniging van natuur- en geneeskundigen in Nederland - pagina 118
14 Christlich heisst unter den Anspruch durch das Wort Gottes, unter das Gebot und Gericht und unter die Verheissung gesteltt sein. Eine Medizin, die sich diesem Anspruch wirkUch fügen wollte, muss in erster Linie durch eine ganz strenge Sachüchkeit und Gediegenheit ausgezeichnet sein, duren eine Sachüchkeit in ihren Bereichen und im Gebiete ihrer artztHchen Erkenntnisse und ErkenntnismögHchkeiten, in den Grenzen ihrer Befugnis sich zu betatigen und zu wirken. Aber wie steht es um diese Sachhchkeit, das ist die erste, entscheidende Frage? Die Medizin, die wir gelemt und von unseren Lehrern übernommen haben, war im Wesentlichen auf der strengen klassischen Naturwissenschaft aufgebaut und nach ihr ausgerichtet, freihch ohne immer die gleiche Klarbeit und Sicherheit wie jene zu erreichen. Die Krankheiten nach Gesetzen der Physik und Ghemie zu verstehen, zu erkennen und zu behandeln, das war das deuthch genug ausgesprochene Ziel. Ich denke etwa an die glanzende Erscheinung des Bernhard Naunyn. Es kam dann der grosse Siegeszug der Bakteriologie, der modernen Therapie, der Infektionskrankheiten, der Seuchenbekampfung, alles abgeleitet und entwickelt aus klaren, einfachen, naturgesetzlichen Zusammenhangen. Niemand kann die ungeheuren und erstaunlichen Erfolge dieser Medizin bestreiten, sie hat wirklich grosse Wohltaten für die Menschen errungen. Keine Medizin, kein Arzt kann entbehren, was hier erforscht und neu gewonnen wurde. Es ware ganz unsachlich und unverantwortlich, es ware unchristlich, diese Erfolge nicht voll auszunützen. Aber schon aus dieser Medizin selbst heraus erwuchsen neue Einsichten. Je tiefer man drang mit der Aufklarung „einfacher Zusammenhange", desto mehr musste man erkennen, wie verflochten doch die Verbindungen und Bindungen im gesunden und kranken Organismus sind, wie alle physikalischen und chemischen Vorgange ausgerichtet sind nach einem eigentümlichen Lebensgesetz, in einer „Ordnung", die — wie es Gustav Landauer einmal gesagt hat — „immer unterwegs, immer im Zerbrechen und in neuem Aufbau" ist, ein dauerndes stirb und werde. Und es wurde erkannt, dass diese Ordnung ungeheuer beweglich ist, geworden aus der Erbanlage, gestaltet duren die ununterbrochene Kette der Erlebnisse, — dass sie „gestimt" ist, gebunden an Körper und Seele, — oder richtiger gesagt, dass sich in ihr das körperliche und das seelische Leben in einem zugleich vollzieht. Wo bleiben da die „einfachen" Vorgange nach chemischen und physikalischen Gesetzen? — Gewiss, diese Gesetze gelten in der belebten wie in der unbelebten Natur, — aber sie sind immer eingeschaltet in die Ordnung des Lebensablaufes, in der sich das Leben entwickelt von der Geburt bis zum Tode, in die Ordnung, die beim Kranken zur Unordnung wird und doch wieder zu einer neuen Ordnung werden kann. Jedes Leben aber ist ein einmaliges, jeder Augenblick ein unwiedernolbarer. Damit musste sich die Wissenschaft bescheiden; „bescheiden sein heisst Bescheid wissen" (Martin Kahler). In Forschung und arztlicher
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Bekijk de hele uitgave van dinsdag 1 januari 1952
Orgaan CVNG Geloof en Wetenschap | 200 Pagina's
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