1952 Geloof en Wetenschap : Orgaan van de Christelijke vereeniging van natuur- en geneeskundigen in Nederland - pagina 119
15 Betatigung sah man sich immer mehr vor unubersteigbare Grenzen gestellt, vor Grenzen, die auch trotz der grossten Fortschritte der Wissenschaft unubersteigbar bleiben, weil das Land jenseits anderer Art, nach ganz anderen Begriffen und auf ganz andere Weise zu erfahren ist. Die Bedeutung des Errungenen wurde damit keineswegs aufgehoben, aber es wurde in den Schranken des ihm angemessenen Bereiches nunmehr richtig verstanden. Ich kann das nicht im einzelnen ausfuhren. Mit dieser Erkenntnis wurde diese Wissenschaft zu einar neuen Einsicht gezwungen: sie sah, dass sie wohl vieles im Leben erklaren, aber das Leben selbst nicht verstehen kann. Damit gewannen wir die Ehrfurcht vor dam Geheimnis zuruck, vor dem Verborgenen im Leben; und damit wurden wir frei und aufgeschlossen fur Erkenntnisse, die aus dem Leben selbst kommen, aus Hingabe und Opfer, aus Leidenschaft, aus Angst und Not, aufgeschlossen auch zu lauschen auf das Wort, das nicht aus unserem Wissen kommt, das uns vielmahr zugesprochen ist aus einar Welt jenseits unsares Seins und unseras Vermogens, auf das Wort, das aber, wie es heisst, „nicht leer zurückkommen' sondern in uns wirkHch und fruchtbar werden mochte. Ich habe schon erwahnt, dass dieses auch fur die letzte Frucht wissenschaftlichar Medizin, fur die moderne Psychotherapie gilt, Ihr Schopfer, Sigmund Freud, verstand sie durchaus als Naturwissenschaft, er woUte das Leben aus dem Kraftespiel von Trieben erklaren und Kranke dadurch heilan, dass er verborgene Spannungen und Verkrampfungen aufdeckte, entwirrte und loste. Er hat bestimmte Methoden entwickalt, durch die die ins Unbewusste verdrangten Verhaltungen ans Licht kamen. Es war wirkhch Analyse, ja, man kann gerade zu sagen, mechanistisch verstandene Analyse. Aber auch die Psychoanalyse stiess auf unubarwindliche Hindemisse, eine starkere, ihr nicht fassbara, unangraifbare Gewalt stallte sich ihr entgegen, da, wo der Korper schwar betroffen, „organisch" erkrankt war, Selbst wann psychische Wurzeln deutlich waren, so war die Krankheit viel zu fest verankert, als dass sie hatte bahoben werden konnen. Auch bei den echten Psychosen waren die Zugange versperrt; es war keina Verbindung herzustellen zu den tiefen Schichten, in denen diese Kranken so verhangen sind. Aber eben, als die Psychoanalyse vor einam starren Block stand, der jeder Auflosung spottete, da verstand sie ihra Aufgabe und ihre Arbeit neu und besser. Sie erfuhi, was die „Uebartragung" bedeutet, die Bindung des Kranken an den Arzt, die sich im Gesprach, im Zusammensein der beidan, in der Hingabe des Arztes und des Krankan entwickelt. Und sie sah, dass aina Heilung sich nur ereignen konnte, wenn die Uebertragung wieder gelost, wann der Kranke zu seinem ihm bestimmten Leben neu gefuhrt wurde. Wohl waren auch in diasem Vorgang triebhafte Krafte aufzuspuren —, aber war das eigentlich durch Analyse zu erklaren? Wie kamen denn die beiden zusammen, was verband sie, wie konnten sie sich ansprechen, sich horen und sich verstahen? Was
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Bekijk de hele uitgave van dinsdag 1 januari 1952
Orgaan CVNG Geloof en Wetenschap | 200 Pagina's
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