1956 Geloof en Wetenschap : Orgaan van de Christelijke vereeniging van natuur- en geneeskundigen in Nederland - pagina 270
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G. A. LINDEBOOM
Freud schaffte auch eine Einsicht in die psycho- und psychosomatische Dynamik, wenn er die Konversion von nach dem Unbewuszten verdrungenen Trieben in körperliche Symptome in der neuro-muskularen Sphare aufzeigte. Die Bedeutung, die er verdrungenen sexuellen Wünschen und Trieben beilegte, führte ihn dazu, die Libido als die gröszte psychische Energie zu betrachten, welche in tausend verhüllten und unverhüllten Formen das ganze Verhalten des Menschen bestimmt, wie die Stimulierung der sensibelen Nervenendigungen der Genitalorgane das tut im Augenblick der sexuellen Erregung. Auch wenn Freuds Traumsymbolik oft bizarr scheint und man nicht die unbestrittene Hegemonie der Libido im psychischen Leben anerkannen kann, und sein Pansexualismus uns als eine groszartige Einseitigkeit vorkommt, so ist doch der Einflusz von Instinkten und Trieben kaum hoch genug einzuschatzen. Es ist nicht so sehr die Intelligenz, die das Eigene einer Persönlichkeit bestimmt; ihr Verhalten wird wesentlich bestimmt vom Charakter, der sich im Heranwachsen und Lebenslauf langsam bildet auf einer erblichen Grundlage von affektiven und triebhaften Neigungen. Eine bei manchen Individuen zu findende Kombination und Pravalenz gewisser Dispositionen hat Anleitung gegeben zu dem Entwurf bestimmter Charaktertypen, deren Kenntnis für den Arzt fast ebenso wichtig ist als diejenigen der, oft damit korrespondierenden, Konstitutionstypen. Der Arzt hat das Vorrecht, seinen Patiënten zugleich körperlich und seelisch untersuchen zu können. Die Wissenschaft musz die leib-seelische Einheit des Menschen naher untersuchen, sei es von der körperlichen Seite in der Physiologic, sei es von der psychischen Seite in der Psychologie her, aber dieser methodologische Dualismus, welcher keiner ontologischen Dualitat entspricht, kann vom Arzt in einer Simultanarbeit integriert werden, welche vielleicht das Geheimnis der arztlichen Kunst ist. Die leib-seelische Einheit des Menschen steht nicht als ein einzigartiges Phanomen da. Wir finden sie auch beim Tier. Auch das Tier reprasentiert eine psychosomatische Einheit. Es kann typisch pathologische psychosomatische Reaktionen zeigen, und auch psychosomatisch erkranken. Die Medizin ist im letzten Jahrhundert fast nur eine angewandte Biologie gewesen. Und es liegt die Gefahr nahe, dasz auch die psychosomatische Medizin in der Betrachtung des Menschen als eine biologische Einheit stecken bleibt, und in ihrem Menschbild
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Bekijk de hele uitgave van zondag 1 januari 1956
Orgaan CVNG Geloof en Wetenschap | 356 Pagina's
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