1956 Geloof en Wetenschap : Orgaan van de Christelijke vereeniging van natuur- en geneeskundigen in Nederland - pagina 143
DER BEGRIFF ANGST
111
Mensch muss damit rechnen, dass seine Existenz und Lebenswerte durch diese Gefahren bedroht werden können, und damit sollte gegeben sein, dass Angstfreiheit nicht existiert. Ich habe deshalb auch das Vertrauen zu unseren Psychiatern, dass sie, wenn sie manchmal davon sprechen einen Patiënten angstfrei zu machen, die krankhafte, neurotische Angst meinen, denn es ware bedenkhch und wirkhchkeitsfremd, eine vollstandige Angstfreiheit anzustreben. lm Gegenteil; die Aufgabe besteht manchmal gerade darin, Menschen der Wirklichkeit des Lebens gegenüberzustellen, ihre Augen für die v/irklichen Gefahren zu öffnen und sie davon abzuhalten sich eine scheinbare Angstfreiheit durch ein vegetierendes alles gchen lassen, wie es will erkaufen zu wollen. Es gibt auch etwas, was Achtung vor der Würde des Individuums heisst, seiner eigenen und der anderer. Achtung vor den innersten Gesetzen des Lebens und vor seiner eigenen und anderer Überzeugung, ob diese ethischer oder religiöser Art sein moge. In diesen Punkten will die Angst uns an unsere Verantwortung erinnern. Auch Freud konnte sagen, dass es „wünschenswert sei, dass der Mensch sein ganzes Leben hindurch mit Gewissensangst zu reagieren vermag", denn die normale Angst ist das Alarmsystem der Persönlichkeit. Sie macht darauf aufmerksam, dass irgendetwas verkehrt ist, etwas vor sich geht, das nicht stimmt. Ihr Kennzeiehen ist das ebenso normale Sehuldgefühl, das das Individuum zu sich selbst oder zu der Gemeinschaft zurückruft. Ethisch gesehen ist das Sehuldgefühl ja das Gefühl der Unzureichbarkeit gegenüber persönlichen Idealen oder gegenüber Mitmensehen — ebenso wie es religiös gesehen ein Gefühl persönlicher Unzureichbarkeit gegenüber Gott ist. Leider bezeichnet es manchmal, aber das ist wohl gerade das neurotische, die Angst vor Strafe, wahrend es, wenn es normal ist, die Angst davor bedeutet Gottes Vertrauen und Erwartung enttauscht zu haben. Die Angst ist wohl überhaupt ein mehr unmittelbares, unreflektiertes Gefühl als Furcht, die jedenfalls in Beziehung zu konkreten Verhaltnissen und Situationen steht. Auf der anderen Seite sprechen wir in der taglichen Rede sowohl als auch in der Psychologie oft von Plundeangst, Platzangst, Kastrationsangst und Ahnlichem, wo wir, wenn die Definition richtig wiire, eher von entsprechender Furcht sprechen müssten. Die Sache ist wohl die, dass die Angst sowohl vernunftsgepragte Realangst sein kann, weil wirklich ein bestimmter Grund vorliegt, weshalb man Angst hatte als auch eine gegenstandslose Angst, wo der Angstliche nicht selbst im Stande ist einen Grund für
Deze tekst is geautomatiseerd gemaakt en kan nog fouten bevatten. Digibron werkt
voortdurend aan correctie. Klik voor het origineel door naar de pdf. Voor opmerkingen,
vragen, informatie: contact.
Op Digibron -en alle daarin opgenomen content- is het databankrecht van toepassing.
Gebruiksvoorwaarden. Data protection law applies to Digibron and the content of this
database. Terms of use.
Bekijk de hele uitgave van zondag 1 januari 1956
Orgaan CVNG Geloof en Wetenschap | 356 Pagina's
Bekijk de hele uitgave van zondag 1 januari 1956
Orgaan CVNG Geloof en Wetenschap | 356 Pagina's