1956 Geloof en Wetenschap : Orgaan van de Christelijke vereeniging van natuur- en geneeskundigen in Nederland - pagina 144
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V. BAUNBAEK
seine Angst anzugeben. Ja, sie kann etwas irrationelles sein, wo man vielleicht sogar angeben kann, wovor man bange ist und intellektuell erkennen, dass das, was man fürchtet objektiv gesehen ganz ungefahrlich ist, — man hat nur eben doch einfach Angst. Es ist das Verdienst der Neurosentherapie und der Tiefenpsychologie, das Verstandnis für die Ursachen und Erscheinungsformen der Angst, auch bei Normalen, gefördert zu haben, ja dargelegt zu haben, dass zwischen der Angst Gesunder und Kranker nur fliessende Übergjinge bestehen. In gleicher Weise zeigt die Angst sowohl seelische als körperliche Symptome. Infolge der Gesamtheitsauffassung unserer Zeit ist die Angst nicht etwas, was man hat, sondern etwas was man ist. Das heisst, die ganze körperliche, seelische und geistige Existenz des Menschen kann zu einer Manifostation der Angst werden. Der ganze Mensch ist in Aufruhr, seelisch von seinem Angstaffekt erschüttert. Körperlich wird er bleich, der Angstschweiss bricht hervor, die Haare strauben sich auf dem Kopf, man bekommt Gansehaut am ganzen Körper, das Herz schlagt, die Pupillen erweitern sich, die Kehle schnürt sich zusammen und so weiter. Nicht ohne Grund spricht man von panischer Angst. Es scheint als ob der alte griechische Gott Pan, der Damon des Schreckens, und nicht der Mensch selbst mit seinem freien Willen der Herr des Hauses ist. Es hilft nichts, dem Kranken einfach zu sagen, dass er sich nur zusammennehmen muss, sich selbst überwinden und das Dumme seines Auftretens einsehen muss. Man kommt nicht weiter mit einem Appell an die Vernunft oder den Willen — im Gegenteil: ie starkere Willensanspannung umso gröser wird die Angst. Dies ist gerade das Kennzeichen einer Neurose. In vielen Fallen sind allgemeine Unruhe, dauernde Verletzbarkeit, der Hang zu unbegründeten Gewissenbissen und übertriebene religiose Grübeleien ein Ausdruck dafür, dass die Angst zwar verdrangt, aber gerade dadurch latent geworden ist. Angst und Schuldgefühl scheinen oft untrennbar. Sie sind beide so unaushaltbar, dass man geneigt ist, sie von sich zu schieben, sie zu verdrangen. Sie können so qualend sein, dass selbst eine schwere körperliche Krankheit im Vergleich dazu als eine Erleichterung empfimden würde, und manchmal geschieht es, dass der Patient in eine Krankheit hineinflieht. Im tiefsten Herzen „weiss" der Kranke, dass ein solcher Ausweg aus dem Konflikt vermieden werden konnte und dass die neurotische Flucht keine Lösung bedeutet, selbst wenn sie ihn im Augenblick mehr oder weniger von der Angst befreit. Es bleibt immer noch ein Rest zurück, eine „heimliche" Angst und
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Bekijk de hele uitgave van zondag 1 januari 1956
Orgaan CVNG Geloof en Wetenschap | 356 Pagina's
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