1956 Geloof en Wetenschap : Orgaan van de Christelijke vereeniging van natuur- en geneeskundigen in Nederland - pagina 147
DER BEGRIFF ANGST
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Gleiche kann bei zu starker Bindung zwischen Geschwistern der Fall sein. Bei dem Erwachsenen ist das Verhaltnis komplizierter. Freud unterscheidet hier ja drei Geblete im Seelenleben, die in einander eingreifen und einander durchdringen, und Störungen entstehen, wenn sie nicht harmonisch wirken. Das Unbewusste umiasst die Triebe, Instinkte und alles Verdrangte. Das Ich umfasst die Funktionen des Bewusstseins, des Willens und der Vernunft und hat die Aufgabe, mit der Umwelt zurecht zu kommen. Das Über-Ich, das Ideal-Ich, steltt die persönliche Kontrollinstanz für das Erlaubte und Verbotene dar. Dies ist nicht der Mensch, wie er ist, sondern wie er glaubt sein zu sollen, oft ohne die Gültigkeit der an ihn gestellten Forderungen, die von anderen übernommen sind, geprüft zu haben. — Freud ist der Ansicht, dass die Angst im Ich nicht nur durch die Angst vor den Trieben entsteht, die gegen seine Mauern stürmen, sondern auch durch Angst vor dem Über-Ich, das wie ein strenger und unbarmherziger Richter mit den furchtbarsten Strafen drohen kann, wenn man seinen verdrangten Erlebnissen und Situationen gegenüber nachgibt. Hierhin gehören Sexualitat und Agression als Angst- und Schuldgefühl hervorrufende Faktoren, aber auch das Schuldgefühl, das unbewusst sich selbst zu strafen sucht um sich zu erleichtern, seine Schuld und sühnen und eine Wiederholung zu verhindern. Jung vertritt die Ansicht, dass wir weder im Stande sind noch versuchen sollen, die Angst als solche zu entfernen. Angst und Hass sind eine zu etwas Negativem verwandelte Liebe. Besser als sie zu elimiminieren ist es, in irgendeiner Weise zu lernen ihr die Stirn zu bieten und sie zu tolerieren, ja sie sogar als eine Quelle der schaffenden Entwicklung die sie sein kann, zu schatzen. Die Angst hangt oft mit einer übertriebenen, extra-vertierten, nach aussen gerichteten, oder introvertierten, nach innen gerichteten Einstellung zusammen. Die Störung des natürlichen Gleichgewichtes führt zu Unsicherheit und Angst. Nicht zuletzt die Technik und Verhetztheit unserer Zeit zwingt uns zu einer rastlosen Beschaftigung mit Dingen, die der Umwelt angehören und man entfremdet sich dem Verstandnis und der Bereicherung des eigenen Gemütes. Man könnte noch weitere tiefenpsychologische Forscher nennen. Ich will mich aber mit Karen Homey begnügen: „Die dauernde feindliche Spannung zwischen Menschen resultiert in einer konstantenErzeugung von Furcht". Wir mussen dieser Furcht entgegenwirken, nicht nur bei Einzelpersonen, sondern vor Allem durch Beseitigung der
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Bekijk de hele uitgave van zondag 1 januari 1956
Orgaan CVNG Geloof en Wetenschap | 356 Pagina's
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