1956 Geloof en Wetenschap : Orgaan van de Christelijke vereeniging van natuur- en geneeskundigen in Nederland - pagina 145
DER BEGRIFF ANGST
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Schuldgefühl an der Schwelle des Bewusstseins, das seine Haltung bestimmt. Wir sehen das gleiche in anderer Weise : Nichts ist schwerer zu ertragen als eine grundlose, frei schwebende Angst vor dem Zusammenspiel der Krafte in eigenen Gemüt. Deshalb projizieren wir die Angst auf einen Gegenstand, auf einen Menschen, eine Nation, einen Hund oder anderes von dem wir meinen, er sei uns feindlich gestimmt. Wird die Angst nicht nach aussen projiziert, setzt sie sich nach innen fest und kann Ursache einer Krankheit werden. Wir wollen einmal die Auffassung Freuds, Adlers und Jungs über die Ursprünge der Angst, besonders in den Kinderjahren, naher betrachten. Sie sind alle darüber einig, dass die neurotische Angst haufig in den frühen Kinderjahren entsteht. Das Kind versucht ja, sich den Erwachsenen gegenüber zu behaupten. Er versucht sich mit allen Mitteln, auch mit Trotz und Unartigkeit gegenüber denjenigen durchzusetzen, die die Autoritat reprasentieren, und immer nein sagen. „Wie heisst Du?" fragte einmal ein Gast in einem Heim ein Kind, das umgehend antwortete: „Vati nennt mich Fritz, Mutti nennt mich Fritz-lass-dass-sein!" ' ) . Derjenige, der wie Fritz immer zurechtgewiesen wird, vielleicht sogar oft brutal und körperlich, mit vielen Verboten und Strafen, die das Kind nicht als gerecht empfinden kann, mit furchtbaren Drohungen isoliert zu werden oder die Fürsorge und Liebe der Eltern zu verlieren, kann die Angst garnicht vermeiden, weil das Kind in sich ein Bediirfnis nach Sicherheit (nach Verstandnis und nach Liebe) hat, nach dem Gefühl sich verstanden, sich geliebt zu fühlen. Haufig beginnt es mit der Furcht vor dem Vater, dem Riesen, der mit seiner Kraft das Kind erdrücken kann — er ist gefahrlich — und dies kann sich zu einer allgemeinen Angstlichkeit entwickeln, die, wenn spater in Leben Erschütterungen, Enttiiuschungen oder Versuchungen auftreten, eine Neurose auslösen können, In anderen Punkten weichen die psychologischen Schulen von einander ab. Adler hat besonders darauf aufmerksam gemacht, das Angst aus dem Minderwertigkeitsgefühl entspringt, welches den Willen zur Macht zu kompensieren versucht. Ein invalides Kind kann, wenn es übertriebener Rücksichtnahme und Verzartlichung ausgesetzt wird, so mutlos werden, dass es Angst davor bekommt, mit den Aufgaben des Lebens anzubinden und statt dessen versucht, weitere Hilfe und Pflege zu erzwingen. Die Hilfe besteht jedoch nicht in weiterer Rück*) Ich verdanke Dr. W. Bitter, Stuttgart, dieses Beispiel wie viele anregenden Gedanken auf dem Gebiet der Psychologie.
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Bekijk de hele uitgave van zondag 1 januari 1956
Orgaan CVNG Geloof en Wetenschap | 356 Pagina's
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