1969 Geloof en Wetenschap : Orgaan van de Christelijke vereeniging van natuur- en geneeskundigen in Nederland - pagina 23
H. R. WOLTJER
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ist, dasz ihm Röntgens wichtige Entdeckung entgangen ist, so ist das dcx;h keineswegs ein Anlasz, an mangelnden Scharfsinn oder an mangelnde Fahigkeit zu denken. Jeder Experimentator ist der Versuchung ausgesetzt, sein eigenes Ziel aus dem Auge zu verHeren und sich auf Seitenwege zu verirren. Bei jeder Untersuchung treten Erscheinungen auf, die der deutsche Physiker Kundt mit der Bezeichnung „Dreckerscheinungen" verehrt hat. Ein sehr tüchtiger Physiker sagte mir einmal: „Zu Anfang einer neuen Untersuchung sieht man gerade das, was man nicht sehen soil, und was man wohl sehen sollte, dasz sieht man gerade nicht." Beobachtungen schlechthin sind nutzlos, wenn sie nicht verarbeitet werden, wenn man nicht erwas mehr darin sieht, wenn man ganz ohne Intuition an sie herangeht. Noch schwieriger wird die Sache dadurch, dasz die Beobachtungen in der heutigen Physik von so komplexer Art sind. Das sehen Sie schon am zweiten Beispiel. Was man eigentlich beobachtet, ist, dasz ein gewisses Lichtinterferenzenbild unter verschiedenen Umstanden ungefahr gleich aussieht. Aber auch hier kommt es wiederum auf die Deutung an. Und noch ausgepragter wird das Deutungsbedürfnis dann, wenn man nichts anderes als den Zeigerstand auf einer Skala abzulesen braucht. Es scheint z.B., dasz Sie die Starke des elektrischen Stromes messen, aber was Sie beobachten, ist nur ein bestimmter Zeigerstand auf der Skala eines bestimmten Meszinstrumentes. Und wenn Sie nicht wissen, wie das Instrument arbeitet, dann sagt die ,,Beobachtung" ganz und gar nichts. Wie Langer sagt: „Beobachtung ist beinahe ganzlich indirekt geworden und das Ablesen nimmt den Platz echter Zeugenaussagen ein. Die Sinnesdaten, auf denen die Satze der modernen Natiuwissenschaft beruhen, sind zum gröszten Teil photographische Pünktchen und Fleckchen oder Tintenkurven auf dem Papier 9. Gewisz, die Beobachtungen mussen vom denkenden Verstand verarbeitet werden. Mit sog. Tatsachen an sich kann man nichts anfangen. Aber mit dieser Feststellung ist die Frage, ob das reine Denken an sich uns nicht zu physikalischer Erkenntnis verhelfen kann, noch nicht beantwortet. In der Diskussion dieser Frage weist man von physikahscher Seite oft auf die a priori-Ableitung des Gravitationsgesetzes durch Hegel hin. Ich glaube, man ist sich heute wohl darLanger, 1. c, S. 15.
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Bekijk de hele uitgave van woensdag 1 januari 1969
Orgaan CVNG Geloof en Wetenschap | 310 Pagina's
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